Sunday, 30. november 2008
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14:26
So, bin gerade aus Yokohama vom X-League-Halbfinale zurueck (X-League = 1. jap. American Football-Liga). War ein flottes und punktereiches Spiel, doch leider hat mal wieder nicht die Mannschaft
gewonnen, mit deren Merchandise ich mich vor Beginn des Spiels eingedeckt hatte. Im letzten Jahr traf es die Kajima Deers, nun mussten die Onward Oaks dran glauben. Diese verloren gegen die
Panasonic Impulse mit 17:44. Vielleicht sollte ich mir lieber nach dem Spiel die Fanartikel zulegen.
In der Pause bot sich ein ganz besonderes Schauspiel! 130 japanische Cheeerleader stuermten das Spielfeld und fuehrten ein Tanz-Choreographie durch. Das Besondere war jedoch nicht die Vorstellung
der Tanzmaeuse, sondern die Reaktion des Publikums.
Beim Einlauf der Maedels herrschte erst gespentische Stille. Als die Zuschauer dann die "Menge" des ihm dargebotenen realisierten, erhallte ein lautes "oooooohhhhhh" durch das Stadium,
gefolgt von hektischem Suchen der Digi-Cam. Und dann wurde geknipst, was die Speicherkarte hergab. Ich meine, ich haette auch auf einmal ungewoehnlich viele Objektive gesehen. Und ja, ich war
auch unter den nervoesen Fingern...
Nach Spielende traf ich noch einen ehemaligen japanischen NFL-Europa-Spieler, der bei den Hamburg Seadevils gespielt hatte, wieder. Ich hatte ihn im Sommer letzten Jahres auf einer Aftergame
Party getroffen und wir hatten uns etwas ueber japanische und deutsche Frauen unterhalten. Ich weiss nicht, vielleicht war das ja der Grund, warum er sich sofort an mich wiedererinnerte. Naja,
und nach dem Spiel waren Rieko und ich noch in einem Restaurant im Chinatown von Yokohama und ratet mal, wer mir da wieder auf die Schulter kloppfte...genau, der japanische Footballexport. Die
Welt ist auch in Japan klein!
Auf dem Weg nach Yokohama bin ich auf einem Bahnhof noch Zeuge eines ganz grossen Schauspiels geworden. In einer Anzeigetafel war aus irgendeinem Grund ein faustgrosses Loch entstanden.
Wieviele Handwerker waeren wohl in Deutschland zur Instandsetzung benoetigt worden? Ich schaetze mal hoechstens 2. In Japan wuselten ganze 7 Handwerker um dieses kleine Loch rum. Soweit ich
feststellen konnte, war die Arbeitsaufteilung wie folgt:
- einer kuemmerte sich direkt um die Reparatur des Schadens
- einer schaute sich wohl die Plaene der Anzeigetafel an (oder pruefte die Arbeitsschritte nach)
- einer machte Fotos vom Schaden und dessen Reparatur
- einer hielt die Leiter fest
- einer baute die Absperrung auf
- einer hielt die Werkzeugtasche (auf dem Foto verdeckt)
- und der siebte ueberwachte die gesamte Baustelle und sorgte dafuer, dass kein Fussgaenger bei diesem Mammutprojekt zu Schaden kommt.
Und jetzt wissen wir auch wohin in Deutschland mit den entlassenen Investmentbankern...